Lavendel fast bis zum Horizont …. Sommer in Valensole

Bei unserer Ankunft auf dem Plateau de Valensole am Dienstagabend wurden wir empfangen von herrlichem Lavendelduft und dem Summen der Bienen in den riesigen Lavendelfeldern. Mir scheint, der Lavendel blüht  diesmal noch früher als letztes Jahr, denn fast alle Felder stehen schon in voller Blüte.

Im Augenblick ist die allerbeste Reisezeit, wenn man die Lavendelblüte auf dem Plateau de Valensole genießen will. Es sind zwar schon einige Touristen da, aber weder die Felder noch die Dörfer sind jetzt schon so überfüllt wie später im Juli. Die Lavendelernte und -destillation beginnt im Juli und den Höhepunkt der Saison bildet das jährliche Lavendelfest in Valensole am 3.  Sonntag im Juli (dieses Jahr findet es am 16.07.2017 statt) Bis zur “Fete de la Lavande” sind auf jeden Fall noch blühende Felder zu finden.
In anderen Regionen, wie z.B. in der Gegend um Sault, blüht der Lavendel später als auf dem Plateau de Valensole und man kann dort wohl auch Mitte Juli bis Mitte August blühende Lavendelfelder vorfinden.

Lavender Love – Lavendelliebe

Ende März, Anfang April – das ist die Jahreszeit, in der in der Haute Provence dafür gesorgt wird, dass es auch in Zukunft wieder neue, riesige Lavendelfelder geben wird.

Im vergangenen Jahr waren wir genau zu diesem Zeitpunkt in Valensole und hatten Gelegenheit, beim Stecken der Lavendelstecklinge dabei zu sein  – eine sehr interessante und schöne Erfahrung.

Das Vermehren des Lavendels ist weitgehend Handarbeit. Lediglich zum Vorbereiten  der Felder werden Maschinen eingesetzt. Das eigentliche Stecken erfolgt in kleinen Gruppen, oft helfen Familienangehörige und Freunde(innen) mit, denn es wird jede Hand gebraucht.

In Valensole sind die Felder zur Stecklingsvermehrung unten im Tal, wo ein Bach fließt, der zur Bewässerung der kleinen Stecklinge benötigt wrid. Die Boden wird vorbereitet, eine Bewässerung verlegt und darauf kommen lange Bahnen aus schwarzer Plastikfolie, in die schon kleine Löcher zum Einstecken der kleinen Zweige eingestanzt sind. So können vier Reihen parallel gesteckt werden.

Für die Stecklinge werden von den Mutterpflanzen am Feldrand ca. 15 cm lange Zweige abgeschnitten und zu dicken Bündeln zusammengebunden. Dann nimmt sich jeder Helfer ein Bündel vor und das Stecken beginnt. Ich durfte es auch einmal probieren und es hat mir großen Spaß gemacht.

Die Fotos sind auf den Feldern der Familien Gradian und Fayet entstanden, die u.a. ganz wunderbares Lavendelöl produzieren. Die Destillerie von Richard Gradian, die als eine von Wenigen in der Region noch ganz nach traditioneller Art arbeitet, kann man während des Lavendelfestes (immer am 3. Sonntag im Juli) besuchen.

Während die Gradians ihr Feld etwas außerhalb des Dorfes haben, liegt das von Guillaume Fayet fast noch im Dorf, direkt unterhalb des Chateau du Grand Jardin.

Der Lavendel braucht ca. 4 – 5 Monate, bis er gut angewurzelt ist. Teilweise kommen die kleinen Pflanzen sogar im gleichen Sommer noch zu einer (mageren) Blüte. Wir haben das Feld von Cathy Gradian im vergangenen Juli während des Lavendelfestes kurz besucht und waren erstaunt, wie groß “unsere” Stecklinge in der kurzen Zeit schon geworden sind.

Im Dezember/ Januar ist es dann soweit, dass die neuen Pflanzen oben auf den Feldern ausgepflanzt werden können. Das konnten wir bei unserem letzten Besuch zwischen den Jahren beobachten.

Und jetzt freue ich mich schon sehr auf Ende Juni, wenn der Lavendel auf dem Plateau de Valensole wieder in voller Blüte steht!

Auch bei Sylvaine (La Fleur Bleue) gibt es tolle Lavendelprodukte zu kaufen und zusätzlich führt sie noch vor, wie der Lavendel früher von Hand geerntet wurde.

Mit diesem Beitrag nehme ich auch heute wieder teil an der Blogparade #sonntagsglück von Soulsister meets friends.


Traumurlaub vor der Haustür (1) – Garten Majorahn & Plan B

Am vergangenen Wochenende hat einfach alles gestimmt: die Menschen, die “locations”, das Wetter, das Essen, die Stimmung …. – ich habe zwei wundervolle Tage mit tollen Menschen in wunderschönen Gärten hier in unserer Region verbringen dürfen – ein Traumurlaub sozusagen vor der Haustüre.

Anlass für dieses herrliche Wochenende war die Gartenreise einiger  Forums-Gartenfreundinnen nach Rheinhessen. Manche von ihnen kenne ich schon lange persönlich, andere seit vielen Jahren nur virtuell und so bot sich nun endlich einmal eine Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen.

Im Garten meiner Freundin Anne “majorahn” traf ich die “internationale” Reisegruppe (denn es waren auch Gärtnerinnen aus der Schweiz und aus Österreich dabei) am Freitagnachmittag zum ersten Mal. Zur Feier des Tages waren auch noch weitere meiner rheinhessischen Gartenfreundinnen dorthin gekommen und wir verbrachten gemeinsam einen wunderschönen Sommernachmittag in Annes Garten.

Bilder aus diesem Garten habe ich hier schon oft gezeigt, aber ich werde nicht müde, ihn zu genießen und zu fotografieren. Bei jedem Besuch gibt es Neues zu entdecken, so viele liebevoll gestaltete Ecken, die aber nicht überdekoriert sind, sondern so wirken, als seien sie “einfach so” entstanden und dadurch perfekt sind.

Nach dem ersten Kennenlernen und einer leckeren Begrüßung mit Lavendelsecco und köstlichen rheinhessischen, mediterran angehauchten Snacks gab es eine spannende Führung durch Annes Garten.

Die Rezepte zu den Köstlichkeiten stammen alle (bis auf den leckeren Kuchen, dazu hatte sie sich von ihrer kürzlichen Gartenreise nach England inspirieren lassen) aus Annes schönem  Buch “Aus meinem Garten“, für das ich vor 2 Jahren fotografieren durfte. Die leckeren Spinatröllchen werde ich demnächst auf jeden Fall einmal machen.
Und der Lavendelsecco war für mich einfach Provence pur – Anne hatte bei der Herstellung ihren Lavendelsirups genau das richtige Aroma getroffen. Es war ganz genau der leichte Lavendelduft, der an heißen Juliabenden in Valensole in der Luft liegt, wenn die Destillerien arbeiten. Für diesen Sirup hat Anne das Rezept aus ihrem Buch genommen, aber das Wasser durch rheinhessischen Traubensaft ersetzt.

Mit freundlicher Genehmigung von Anne darf ich das Rezept hier veröffentlichen:

Lavendelsirup “Reve de Valensole”

200 ml warmer Traubensaft (am besten vom Winzer aus Rheinhessen)
3 EL Zitronensaft
2 EL getrocknete Lavendelblüten oder 3 EL frische Blüten
ca. 200 ml Zucker

Die Lavendelbüten in den Traubensaft geben und über Nacht stehen lassen. Am nächsten Tag die Blüten entfernen und Zucker und Zitronensaft in die Flüssigkeit geben. Aufkochen – und fertig ist der Sirup! In saubere Flaschen füllen und verschließen.

Wir lernten u.a. viel über das Gärtnern vor 200 Jahren, denn aus Anlass des Jubiläums 200 Jahre Rheinhessen haben sich 40 GärtenerInnen zusammen getan und in ihren Gärten sog. “Rheinhessenquadrate” angelegt.

Besonders begeistert waren die Gartengäste auch von der Sempervivum-Ecke, in der Anne über 600 verschiedene Sorten “Hauswurzen” beherbergt und vermehrt. Und da kaum jemand ihrem Zauber widerstehen kann, haben einige (!) Pflänzchen ihren Weg in fremde Gärten im In- und Ausland angetreten.

Und habt Ihr die herrlichen Sonnenblumen am Feldrand direkt neben Annes Garten gesehen? Das könnte doch fast in der Provence sein, oder?

Diesen wunderbaren Tag haben wir dann noch bei leckerem Essen im Plan B in Nierstein ausklingen lassen – und auch hier gab es zunächst ein großes “Hallo”, da das Restaurant dem Sohn unserer Gartenfreundin Akaleia gehört, die genauso begeistert war, einige der bisher “virtuellen” Gartenfreundinnen nun auch endlich persönlich kennen zu lernen.

Ich hoffe, Euch hat der Rundgang durch den Garten “majorahn” gefallen und wünsche Euch einen schönen Sommersonntag! Demnächst geht es hier weiter mit meinem Bericht vom “Traumurlaub vor der Haustür” und dann nehme ich Euch u.a. mit in ein englisches Gartenparadies.

Und da mich die Erinnerung an diesen herrlichen Tag sehr glücklich macht, verlinke ich diesen Beitrag heute bei der Aktion #sonntagsglück von Soulsister meets friends